Pressespiegel

Freisprechungen sind das Signal für eine erfolgreiche Zukunft, Nordfriesland Tageblatt, 05.09.2019

Der Gesellenbrief gilt überall als Eintrittskarte für den Start in ein erfolgreiches Berufsleben. „Nicht zu rasten und zu rosten, sondern auch weiterhin am Ball zu bleiben, denn die Vorrunde ist vorbei. Halten Sie sich bereit für den Schuss auf das Karriere-Tor!" So und ähnlich lauten die Hinweise an die frisch gebackenen Gesellen, die drei harte Jahre hinter sich haben. In der Regel sind sie erleichtert, wenn sie festlich gekleidet endlich vor den Obermeister und Prüfungsausschussvorsitzenden stehen, um die ersehnte Urkunde in Empfang zu nehmen. Die Freisprechung hat ihren Ursprung in der Freisprechung der Lehrlinge in den handwerklichen Zünften im ausgehenden Spätmittelalter und den folgenden Jahrhunderten. Dabei wurde der Lehrling von dem Meister losgesprochen. Mit der Freisprechung schied der Handwerker aus dem Familienverband des Meisters aus und trat in ein sach- und lohnbezogenes Verhältnis zur Werkstatt. Er wurde in das Gesellenbuch der Zunft eingetragen, das in der Zunfttruhe verwahrt wurde, was oft mit einer in formelhafter Weise mit Freisageformel und Eid vor sich ging. Es folgte ein Mahl, das der neue Geselle zahlen musste. Schließlich wurde er von den anderen Gesellen aufgenommen. Die Zukunft wurde gestern wie heute für jeden Junghandwerker spannend, und alle könnten mit gutem Recht stolz sein auf das, was sie geleistet und erreicht haben. Das beste Expertensystem ist die gut ausgebildete und aufeinander eingespielte Mannschaft im Betrieb: „Handwerk hat goldenen Boden und eine große Bedeutung für unsere Gesellschaft!" Gründlichkeit, Genauigkeit und Akribie sind nach wie vor Bestandteile der Ausbildung und sind ein solider Grundstein für die berufliche Zukunftjedes Einzelnen. Im Ausland sind die deutschen Handwerker „hoch angesehen". Dort sind die Handwerker sehr willkommen und gerne gesehen, unter anderem als Wandergesellen auf der Walz. Die Aussichten fiir eine Weiterbeschäftig-ung sind in Nordfriesland allerdings sehrgut: Es gibt genug Aufträge und die Betriebe suchen dringend qualifizierte Mitarbeiter. Allerdings mahnen die Obermeister auch zur ständigen Weiterbildung ,Was ich damals gelernt habe davon ist nichts mehr nach.' Und Mut wird auch mit aufder Weg gegeben: „Machen Sic Ihren Meister - der Weg zt mehr Veranwortung im Beruf!" Meister fallen nicht vom Himmel. Und Meister wird man nicht allein durch den Besuch einer Meisterschule. Vor der Meisterprüfung stehe die umfassende Erfahrung als Geselle. Die Meisterprüfung qualifiziert fiir eine Führungsposition in der Werkstatt und ist die Grundlage für die selbastständige Ausübung des Berufes. Eng damit verbunden ist - neben der technischen Kompetenz - das erforderaliache betriebswirtschaftliche Wissen zur Steuerung eines Betriebs. Die Stärke einer Persönlichkeit - jeder einzelnen Persönlichkeit von den Freigesprochen - liegt aber nicht allein in ihrem Wissen und Können, sondern auch in ihrem persönlichen Werte-Kanon. Tipp der Obermeister: „Behalten Sie Ihre Ideale und Werte im Blick, sie sind ein kostbares Gut!"

aus Nordfriesland Tageblatt vom 05.09.2019