Pressespiegel

Maler ist längst ein Frauenberuf, Nordfriesland Tageblatt, 03.09.2019

Auszubildende aus Südtondern sowie von Föhr, Amrum und Sylt erhielten ihre Gesellenbriefe

NIEBÜLL Die Maler- und Lackierer-Innung Festland/ Südtondern, Föhr und Amrum und die Maler-, Lackierer- und Glaserinnung Sylt hatten zur Freisprechung der Auszubildenden in die Räumlichkeiten der Niebüller Bildungs- und ArbeitsWerkstatt GmbH (BAW) geladen. Dort überreichten der Prüfungsausschussvorsitzende der Festland-Föhr-AmrumInnung, Reinhard Greisen, und der Gesellenausschussvorsitzende Stefan Hogrefe (Sylt) sowie Berufsschullehrerin Anette Thiele-Nolte Zeugnisse und Gesellenbriefe an die frischgebackenen Junggesellen. Innungsobermeister Sven Pörksen (Sylt) und Jörg Brodersen (Festland/Föhr/Amrum) hoben die Bedeutung des Handwerks hervor und verwiesen auf ständig neuen Herausforderungen. Sven Pörksen holte weit aus. „Macht was draus!", rief er den elf Freigesprochen zu. Dabei sei es wichtig, herauszufinden, wie man tickt. „Es kommt nicht auf das Was, sondern auf das Wie an", sagte der Obermeister. „Jeder schafft seinen Erfolg auf seine Weise", betonte er. Dann gehörten aber auch Fleiß und Einsatzbereitschaft dazu, um wirklich erfolgreich zu sein. Dass sie erfolgreich sein können, hätten die jungen Handwerker und Handwerkerinnen nun bewiesen. Der Leistungsstandard des Jahrgangs sei besonders gut gewesen. In Praxis und Theorie hätten sich alle Teilnehmer seit der Zwischenprüfung deutlich erheblich gesteigert. Obermeister Jörg Brodersen blies in dasselbe Horn: „Stärken stärken!" ergänzte er. „Erfolg schafft Erfolg." Oberstudiendirektor Finn Brandt, Leiter der beruflichen Schulen, gab den jungen Malern den Tipp „bunt zu bleiben". Unter den Stichworten Rost, Farbe und Tradition summierte er die Fähigkeiten, nicht „alles zu übermalen und zuzukleistern". Die Föhrer Tracht von Rike Fuchs hob er als Beispiel für Verbundenheit mit der Region hervor. Maler sei inzwischen ein „Frauenberuf", ein Zeichen für Normalität und die Überwindung verkrusteter Strukturen. Besonders dankte er der Lehrerin Anette Thiele-Nolte, die trotz Ruhestands und Verabschiedung diesen Jahrgang noch zum guten Ende führte. ,Wer weiß, vielleicht treten Sie in ihre Fußstapfen", meinte Finn Brandt aufmunternd.

aus Nordfriesland Tageblatt vom 03.09.2019