Pressespiegel

Schüler wollen Politikern auf die Füße treten, Nordfriesland Tageblatt, 15.03.2019

Die Bewegung „Fridays for Future" ist in Niebüll angekommen / Heute ab 9.45 Uhr Protest auf dem Rathausplatz

NIEBÜLL Seit Monaten sorgt die Bewegung „Fridays for Future" für Schlagzeilen. Schüler und Studenten schwänzen für den Klimaschutz Unterricht und Vorlesungen, gehen stattdessen auf die Straße. Sie wollen, dass die Politik das Thema endlich ernst nimmt und wirksam handelt. Für diesen Freitag hat die internationale Initiative weltweit zu Demonstrationen aufgerufen. Auch Niebüller Schüler sind dabei. Ab 9.45 Uhr soll der Protest auf dem Rathausplatz beginnen, berichtet Niels Bremes, Schüler der Friedrich-Paulsen-Schule. ,Wir wissen noch nicht, wie das wird, wir sind ja zum ersten Mal dabei. Aber wir wollen den Politikern auf die Füße treten", sagte der Gymnasiast der Redaktion. Geplant sind nach Angaben des 18-Jähtigen Auftritte einiger Redner vor dem Rathaus. Auch Bürgermeister Wilfried Bockholt wird einige Worte sprechen. Er wolle sich aber kurz fassen und nicht „das Bild der Schülerdemo prägen", sagte der Rathauschef auf Anfrage. Der Aufruf der örtlichen Initiatoren, der sich auch auf andere Schulen, etwa die Gemeinschaftsschule Leck und das Berufliche Gymnasium in Niebüll erstreckt, erfolgte in erster Linie über WhattsApp-Gruppen. Die Organisatoren rechnen durchaus mit einer stattlichen Zahl an Demonstranten. „250 bis 350 Teilnehmer wären schon schön", so Niels Bremes. Sanktionen seitens der Schule fürchten er und seine Mitstreiter indes nicht. „Es gibt da keine krassen Maßnahmen", ist sich der Zwölftklässler sicher. Schulleiter Eckhard Kruse bestätigt dies - im Prinzip jedenfalls. „Es gibt keine schulischen Ordnungsmaßnahmen", sagte der Direktor am Donnerstag. Allerdings sei ab der dritten Wiederholung eine schriftliche Missbilligung fällig, so Kruse. „Und uns ist wichtig, dass die Eltern wissen, wo ihre Kinder sind." Im Klartext heißt das: Minderjährige Schüler müssen eine schriftliche Entschuldigung vorlegen, wenn sie am Freitag zur Demo gehen. Man habe mit den Schülern besprochen, dass das Fernbleiben vom Unterricht nicht zulässig sei. Kruse bekennt, dass er selbst auch einmal zum Rathausplatz gehen würde, um sich ein Bild zu machen - allerdings ist er am Freitag nicht da. Grundsätzlich freue er sich über das Bewusstsein der Schüler in der KlimaschutzFrage, sagt der Schulleiter. „Es würde mich noch mehr beeindrucken, wenn sie das Engagement außerhalb der Schulzeit zeigen würden." Wichtig sei neben dem Protest auch, dass man nach Lösungen sucht. Seine Schule sei da auf einem guten Weg, so Kruse, der auf ein Projekt zur Nachhaltigkeit zum Schuljahresende hinweist. • Ursprünglich hatten die Schüler einen Demonstrationszug durch die Stadt geplant. Dieses Vorhaben sei aber von den Behörden mit Verweis auf das Verkehrsaufkommen am Freitag nicht genehmigt worden, berichtete Niels Bremes.

aus Nordfriesland Tageblatt vom 15.03.2019