Pressespiegel

Prognose: HSV holt 66 Punkte, Nordfriesland Tageblatt, 14.03.2019

Für einen echten Fan ist es gewiss gar keine Frage, ob dem ehemaligen Bundesliga-Dino Hamburger SV nach dem Abstieg im vorigen Jahr der sofortige Wiederaufstieg in das Fußball Oberhaus gelingt. Aber wer kann schon eine verlässliche Prognose dazu abgeben, dass der Verein aus der Hansestadt dies tatsächlich schafft? Vier Zwölftklässler des Beruflichen Gymnasiums Niebüll haben sich bei ihrer Projektarbeit im Fach Mathematik genau damit beschäftigt und die benötigte Punkteausbeute mit Hilfe des Mittelwertsatzes der Integralrechnung ermittelt. Dazu haben Thore Christophersen, Svea Scheel, Lasse Breckling und Dion-Maurice Wende unter anderem den bisherigen Saisonverlauf der Hamburger mit jenem des 1. FC Nürnberg in dessen Aufstiegssaison 2017/2018 verglichen. Ergebnis: Der aktuelle Tabellenzweite der zweiten Liga wird zwar die Auswärtsspiele gegen Bochum Ende März und Köln Mitte April verlieren, es am Ende der Saison aber auf 66 Punkte bringen. Das reicht.

Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau

„Krummlinig begrenzte Flächen mit Hilfe von Integralen berechnen", lautete das Oberthema, mit dem sich die Schüler in Mathe befassen mussten. Andere Beiträge waren etwa eine Analyse zum Maisanbau in Schleswig-Holstein oder die Untersuchung des Ladevorgangs von Elektromobilen. Die Präsentation der Ergebnisse am Montag bildete für über 100 Schüler den Abschluss der Projekte, die in den „allgemeinbildenden Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau" - das sind außer Mathematik noch Deutsch und Englisch - in der zwölften Jahrgangsstufe Pflicht sind. Wochenlang hatten die, Gymnasiasten daran gearbeitet. „Da löst sich jetzt auch viel Anspannung", sagt Mathe-Lehrer Frank Molzow-Voit, nachdem die HSV-Gruppe ihre Berechnungen vorgestellt hat. Immerhin werden die Arbeiten vor Publikum - den Elfklässlern - präsentiert. Im Hörsaal gegenüber sind gerade ein paar Schüler für eine witzige Plauderrunde in Rollen geschlüpft. Ein Brite, ein US-Amerikaner, ein Australier und ein Deutscher debattieren bisweilen lautstark über Länder-Klischees - und zwar auf Englisch. „Different Countries" - verschiedene Länder: Dazu hatten sich die Schüler in diesem Fach vorbereiten müssen, und dabei mit viel Engagement unterschiedliche Ideen umgesetzt. Jedenfalls ziehen die Lehrerinnen Gerhild Morgenroth und Ulrike Randt in der Pause eine zufriedene Zwischenbilanz. Engagieren muss man sich schon, immerhin zählt die Projektarbeit so viel wie eine Klausur. Das gilt auch für das Fach Deutsch. „Ein moderner Blick auf die Jungfrau von Orleans" wird den Zwölftklässlerin abverlangt. Zum Glück ist Friedrich Schillers Drama über die französische Nationalheldin eine gängige Oberstufenlektüre, weshalb das Thema im Deutschunterricht durchaus seine Berechtigung hat. Eine Schülergruppe setzt eine fiktive TV-Talkshow in Szene; die Teilnehmerinnen diskutieren über Glauben, Politik und starke Frauen; eine aus der Runde meint, die Heilige Johanna wäre in der heutigen Zeit französische Präsidentin. In einem anderen Beitrag mimt eine Schülerin eine Schülerin, die nach der Lektüre der „Jungfrau von Orleans" die Welt verändern und damit an der Schule anfangen will.

aus Nordfriesland Tageblatt am 14.03.2019