Fluggerätmechaniker/in

(Fachrichtung Instandhaltungstechnik)

In Norddeutschland arbeiten Fluggerätmechaniker und Fluggerätmechanikerin Fachrichtung Instandhaltungstechnik  bei der Bundeswehr als zivile Mitarbeiter oder Soldaten, sowie in kleinen oder großen Flugzeugwerften (z.B. in Flensburg, Westerland, Kiel, Hamburg), Luftfahrzeugunternehmen (z.B. in Hamburg, Hannover) oder bei Herstellern von Fluggeräten (z.B. in Bredstedt, Hamburg, Bremen).

Sie haben dabei ein vielfältiges Arbeitsgebiet in der Abfertigung, Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen, Hubschraubern und sogenanntem Bodengerät und deren Einzelteilen, z.B. Fahrwerken, Motoren, Turbinen, Kabinenausstattung  usw.

Ausbildung

Die Ausbildung dauert i.d.R. 3,5 Jahre und findet in Ausbildungsbetrieben, in Schleswig-Holstein z.B. Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr in Husum sowie Breezer-Aircraft in Bredstedt, und in der Beruflichen Schule in Niebüll statt.
Der Berufsschulunterricht in Niebüll umfasst in allen Schuljahren im Wechsel 1 und 2 Tage pro Woche und umfasst die Berufsbezogenen Lernbereiche „Instandhaltungstechnik“ und „Fluggerättechnik“, sowie die Fächer Wirtschaft/Politik, Englisch, Kommunikation und Gesundheitsförderung/Sport.
Mit erfolgreichem Abschluss der Ausbildung und Prüfung zum Fluggerätmechaniker und zur Fluggerätmechanikerin erwirbt man die „Ausbildungsrechtlichen Voraussetzungen zur Beantragung der sogenannten CAT A Lizenz nach Europäischem Luftfahrtrecht“. Man kann unter bestimmten Umständen auch den Mittleren Bildungsabschluss oder auch die Fachhochschulreife erwerben.

Der berufsbezogene Unterricht der Berufsschule ist in 14 grobe Themengebiete, sogenannte Lernfelder, unterteilt:

1. Ausbildungsjahr
Arbeitsvorgänge an Luftfahrzeugen vorbereiten
Elektrische Elektronische und digitale Schaltungen analysieren, aufbauen und in Betrieb nehmen
Einfache mechanische Bauteile herstellen und bearbeiten
Bauteile und Geräte montieren und demontieren

2. Ausbildungsjahr
Baugruppen der Fluggerätstruktur herstellen und prüfen
Inspektionen an Antriebssystemen durchführen
Pneumatische und hydraulische Systeme aufbauen, in Betrieb nehmen und instand setzen
Aerodynamische Baugruppen montieren und demontieren

3. und 4. Ausbildungsjahr
Steuerungsanlagen für Luftfahrzeuge prüfen und instand halten
Felgen, Reifen, Fahrwerke und Bremssysteme prüfen und instand halten
Baugruppen der Fluggerätestruktur prüfen
Ausrüstungssysteme und Kabinenausstattung in Luftfahrzeugen prüfen und instand halten
Systeme und Ausrüstungen von Luftfahrzeugen mit Drehflügeln instand halten
Komplexe luftfahrttechnische Systeme instand halten

Die Prüfung ist in zwei zeitlich getrennte Abschnitte unterteilt:
Teil 1 der Prüfung findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt und geht mit 30% in das Gesamtergebnis der Prüfung ein. Teil 2 der Prüfung findet am Ende der Ausbildung statt und umfasst sowohl praktische als auch theoretische Anteile.

Anforderungen

Wer Fluggerätmechaniker und Fluggerätmechanikerin werden möchte sollte sowohl allgemeines technisches Interesse, als auch Interesse an der Fliegerei mitbringen. Gefragt sind neben handwerklichem Geschick und mathematisch-naturwissenschaftlicher Begabung auch ein besonders hohes an Verantwortungsbewusstsein und körperliche Fitness. Wer dauerhaft als Fluggerätmechaniker arbeiten möchte, sollte sich auf einen Arbeitsplatz außerhalb von Nordfriesland einstellen.

Weitere Informationen

Die Luftfahrbranche bietet vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Weiterhin bestehen nach erfolgreicher Ausbildung die Möglichkeiten an einer Fachoberschule (FOS) die Fachhochschulreife sowie im Anschluss daran an einer Berufsoberschule (BOS) das Abitur zur erwerben und ggf. jeweils anschließend ein Studium anzustreben.