Steuerfachangestellte/r

Für viele Unternehmer und Arbeitnehmer sind Themen wie Lohnsteuer, Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Steuervorteile beim Hausbau u.s.w. ein einziger undurchschaubarer Steuerdschungel. Unterstützung bieten Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Dort bearbeiten Steuerfachangestellte Lohn- und Gehaltsabrechnungen für kleine und mittlere Unternehmen oder erstellen Einkommensteuererklärungen. Sie kennen die aktuellen Steuergesetze und sind zuverlässige und qualifizierte Mitarbeiter für Steuerberater/innen und Wirtschaftsprüfer/-innen.

Steuerfachangestellte ...

  • erledigen das betriebliche Rechnungswesen,
  • führen und überwachen Termin- und Fristenkalender,
  • bearbeiten Postein- und -ausgänge,
  • erstellen Steuererklärungen,
  • erstellen Lohn- und Gehaltsabrechnungen, führen Lohn- und Gehaltskonten und erstellen die steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Nachweise und Anmeldungen,
  • bereiten Jahresabschlüsse (Bilanzen) vor.


Steuerfachangestellte arbeiten für ...

  • Steuerberater,
  • Steuerbevollmächtigte,
  • Wirtschaftsprüfer,
  • vereidigte Buchprüfer.



Ausbildung

Die Ausbildung für diesen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf dauert regelmäßig 3 Jahre. Die Bestimmungen erlauben - wenn Abitur oder die Fachhochschulreife bzw. ein gleichwertiger Abschluss vorliegt - eine Verkürzung auf 2 1/2 Jahre, bei Vorliegen einer einschlägigen anderen Berufsausbildung sogar bis auf 2 Jahre. Daneben kann bei überdurchschnittlichen Leistungen während der Ausbildung die Prüfung um ein 1/2 Jahr vorgezogen werden. Folgende Ausbildungsinhalte werden in der Ausbildung vermittelt:

1. Ausbildungspraxis:
1.1 Bedeutung, Stellung und gesetzliche Grundlagen der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe
1.2 Personalwesen, arbeits- und sozialrechtliche Grundlagen
1.3 Berufsbildung
1.4 Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationale Energieverwendung

 

2. Praxis und Arbeitsorganisation:
2.1 Inhalt und Organisation der Arbeitsabläufe
2.2 Kooperation und Kommunikation

 

3. Anwenden von Informations- und Kommunikationstechniken

 

4. Rechnungswesen:
4.1 Buchführungs- und Bilanzierungsvorschriften
4.2 Buchführungs- und Abschlusstechnik
4.3 Lohn- und Gehaltsabrechnung
4.4 Erstellen von Abschlüssen

 

5. betriebswirtschaftliche Facharbeit:
5.1 Auswerten der Rechnungslegung
5.2 Finanzierung

 

6. steuerliche Facharbeit:
6.1 Abgabenordnung
6.2 Umsatzsteuer
6.3 Einkommensteuer
6.4 Körperschaftsteuer
6.5 Gewerbesteuer
6.6 Bewertungsgesetz


Hinzu kommen die Fächer Politik, Englisch und Sport.
Diese Kenntnisse und Fähigkeiten werden nach der neuen Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Steuerfachangestellten, dem Ausbildungsrahmenplan, dem Rahmenlehrplan für die Berufsschulen und dem individuellen Ausbildungsplan der jeweiligen Steuerberaterpraxis erworben.

 

Anforderungen

Der Auszubildende sollte eine Neigung zu Daten und Zahlen, zu schriftlichen Tätigkeiten, zu Büro- und Verwaltungsarbeit sowie zu ordnender, systematischer Tätigkeit haben. Förderlich wäre auch eine Vorliebe für abwechslungsreiche und zum Teil wiederkehrende Aufgaben sowie Interesse an wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen. Insbesondere für den Umgang mit Mandanten wird ein gewandtes, verbindliches Auftreten erwartet, jedoch setzt auch die Zusammenarbeit im Büro ein kollegiales und verbindliches Auftreten voraus. Allgemein gute Kenntnisse in den Fächern Deutsch und Mathematik sollten vorhanden sein. Vorteilhaft sind Grundkenntnisse in der Datenverarbeitung. Zwar wird keine bestimmte schulische Vorbildung vorausgesetzt, jedoch zeigt die Praxis, dass nahezu alle Auszubildenden zumindest einen mittleren Bildungsabschluss, wenn nicht die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife vorweisen. Dieses beruht in erster Linie auf dem hohen fachlichen Standard dieser Ausbildung. Die Ausbildungsvergütung ist frei vereinbar. Die Steuerberaterkammer setzt lediglich Mindestvergütungsempfehlungen fest, die je nach Bedarf aktualisiert werden.

 

Weitere Informationen

Nach Abschluss der Ausbildung liegen die Tätigkeitsschwerpunkte bei der Vorbereitung von Steuererklärungen, dem Erledigen von Buchhaltungsaufgaben, wie z.B. Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, dem Erstellen von Bilanzen sowie der Gewinnermittlung. Verbunden damit ist auch die Betreuung eines bestimmten Mandantenstammes in Zusammenarbeit mit dem Steuerberater sowie die Erledigung der allgemeinen in einer Steuerberaterpraxis anfallenden Büro- und Verwaltungsarbeiten. Bedingt durch ihre Arbeit unterhalten die Fachangestellten regelmäßig Kontakt mit den von ihnen betreuten Mandanten und auf der anderen Seite mit den Vertretern der Finanzverwaltungen, Krankenkassen, Banken und einschlägigen Behörden. Arbeitsplatz ist das Büro, jedoch sind auch, je nach Struktur der jeweiligen Praxis, Mandantenbesuche möglich. Ein Großteil der Arbeiten wird computergestützt geleistet. Gearbeitet wird weitgehend nach eigener Zeit- und Arbeitseinteilung. In den meisten Fällen ist man mit anderen Sachbearbeitern und Auszubildenden in einem Büroraum untergebracht. Selbstverständlich ist auch der regelmäßige Austausch mit dem Steuerberater bzw. der Steuerberaterin.

Als Resümee bleibt festzuhalten, dass die Aussichten für den Ausbildungsberuf des/der Steuerfachangestellten als gut zu werten sind. Eine große Herausforderung für diesen Beruf steckt auch in der sich ständig ändernden Steuergesetzgebung sowie der technischen Entwicklung, die zu beherrschen ganzen Einsatz verlangt. Hinzu kommt, dass die weittragenden Entwicklungen auf europäischer Ebene und im Energiesektor auch vor den Steuern nicht Halt machen, so dass auch auf diesem Gebiet neue ebenfalls zu betreuende Unternehmen und Tätigkeitsfelder entstehen werden.
Im Rahmen der späteren Tätigkeit bestehen verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. So bietet die Steuerberaterkammer eine Fortbildungsprüfung zum Steuerfachwirt als weitere Qualifikation an. Unabhängig hiervon besteht die Chance, nach 10-jähriger einschlägiger Berufserfahrung im Anschluss an die Ausbildung die Prüfung zum Steuerberater abzulegen.