Pressespiegel

Gut gerüstet für die Zukunft, Nordfriesland Tageblatt, 31.03.2018

Berufliche Schule in Niebüll investiert in den Fachbereich Holztechnik / Neues CNC-Bearbeitungszentrum verschafft der Schule Vorreiterrolle

„Wo gehobelt wird, fallen Späne.“ Dieses Sprichwort hat mit der Realität in einer modernen Tischlerei wenig zu tun. Längst hat die maschinelle Holzbearbeitung Einzug in die Werkstätten gehalten, Späne werden abgesaugt. Folgt man der weiteren Entwicklung, ist an der CNC (Computerized Numerical Control)-Technik kein Vorbeikommen. Werkstücke werden über Spezialsoftware programmiert und anschließend computergesteuert mit Sägeblättern, Fräsköpfen und Bohrern bearbeitet. In Sekunden wird auf diesem Wege etwas gefertigt, was sonst Stunden braucht.

Bereits 1998 hat die Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland in Niebüll ihre erste CNC-Maschine angeschafft. Mit Hilfe dieser Technologie sollte schon damals das Interesse der Auszubildenden am Tischler-Handwerk geweckt und erste Kenntnisse vermittelt werden. 2005 wurde modernisiert und ein neues dreiachsiges Bearbeitungszentrum in Betrieb genommen.

13 Jahre später ist die Anlage nun auf dem neuesten Stand der Technik. Im Januar bekam die Berufliche Schule eine 5-Achs-Maschine des Typs Homag Venture 115 M inklusive einer passenden Absauganlage. Damit investiert der Fachbereich Holztechnik in die Zukunft der Tischler-Ausbildung vor Ort, er sieht sich als Vorreiter in dieser Technologie. Immer öfter erkennen Tischlerei-Betriebe aus dem Einzugsgebiet der Schule den Nutzen der CNC-Technik. Sie können bei ihrem Einsatz auf das Know-how der (auch ehemaligen) Auszubildenden aus Niebüll bauen.

Für die Investition hat die Schule Mittel vom Sachträger, dem Kreis Nordfriesland, über mehrere Jahre angespart. Auch der Förderverein der hat finanziell geholfen und unterstützte die Anschaffung einer neuen Planungs- und Konstruktionssoftware. Das Programm mit dem Namen PYTHA wird zukünftig im Unterricht eingesetzt. Mit ihm werden Skizzen in normgerechte Zeichnungen umgesetzt, bevor diese in das Programm Woodwop übertragen werden. Damit wird dann die Maschine gesteuert. Auf diese Weise bildet die Schule Abläufe nach, die auch in der betrieblichen Praxis Anwendung finden.

Die Inhalte der CNC-Technik sind inzwischen feste Bestandteile des Unterrichts. Zurzeit entwirft die Tischler-Mittelstufe einen Schrank für ihren Klassenraum. Die Programmierung und Bearbeitung eines Schrankteils wurde kürzlich auf einem Ausbilder-Abend demonstriert. Anwesend waren dabei auch Schulleiter Finn Brandt sowie der Vorsitzende des Fördervereins, Wolfgang Hennig. Beide zeigten sich von der neuen Maschine ebenso begeistert wie die Ausbilder.

Damit es überhaupt zu der Präsentation kommen konnte, waren im Vorwege einige Hürden zu überwinden. Zunächst war vom Hersteller die falsche Maschine angeliefert worden, sodass ein Spezialtransporter mit der richtigen Maschine zum zweiten Mal nach Niebüll kommen musste. Beim Weitertransport in die Werkstatt mussten zudem diverse Bauteile vor Ort kurzfristig demontiert werden – trotzdem blieb die Fahrt durch das Hallentor Millimeterarbeit.

Die Kollegen des Fachbereiches Holztechnik wurden nach der Installation in die Software- und Maschinenbedienung eingewiesen. Dieses Wissen geben sie nun an die Schüler weiter, die sich zur CNC-Fachkraft im Tischler-Handwerk zertifizieren lassen können. So sorgen Schüler und Lehrer zukünftig gemeinsam dafür, dass die fünf Achsen der neuen Anlage nicht stillstehen.

aus Nordfriesland Tageblatt vom 31.03.2018