Zimmerer/in

Im nördlichen Teil von Nordfriesland gibt es mehrere Innungen des Bauhandwerks.  In kleinen bis großen Betrieben wird hauptsächlich für das Einzugsgebiet der Innungen an Kundenaufträgen gearbeitet. Von dem Reparaturauftrag bis hin zu Hotel-, Schul- und Ferienwohnanlagen-Neubauten ist alles vorstellbar. Auch der Trockenbau und der Treppenbau sind Schwerpunkte in diesem Handwerk. Einige Betriebe haben sich auf die schlüsselfertige Erstellung von Holzhäusern spezialisiert.

Ausbildung

Die Ausbildungszeit beträgt 3 Jahre und findet im Betrieb bzw. der Baustelle, der Beruflichen Schule und in den überbetrieblichen Lehrgängen an der Kreishandwerkerschaft NF-Nord statt. Die Ausbildung zum Zimmerer/Zimmerin findet in der Stufenausbildung statt. In den 70er Jahren hat das Bauhandwerk die Ausbildung grundlegend reformiert und bildet die Auszubildenden des Bauhandwerks in der Grundstufe und den 2 Fachstufen aus. In der Grundstufe sind die Auszubildenden  20 Wochen in der den Betrieben verantwortlichen überbetrieblichen Ausbildungswerkstatt der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord, 20 Wochen in der Beruflichen Schule und 12 Wochen im Betrieb. In der 1. und 2. Fachstufe wird der Anteil der Blockunterweisung in der Kreishandwerkerschaft zugunsten des betrieblichen Ausbildungsteiles auf der Baustelle bis zum Ende der Ausbildung kontinuierlich weniger. Die Ausbildungsvergütung im Bauhandwerk ist im Vergleich zu anderen Gewerken höher. Auszubildende, die gute Leistungen zeigen, können den "Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss" nachträglich zuerkannt bekommen oder am Ende der Ausbildung haben die Personen, welche mit dem "Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss" eingestiegen sind die Möglichkeit, dass ihnen die "Mittlere Reife" zuerkannt wird. Auszubildende mit einem vorher erworbenen "Mittleren Schluabschluss" haben die Möglichkeit, dass sie durch Zusatzunterricht in der Kombination mit der Ausbildung die Fachhochschulreife erhalten können.

Besonderheiten

Die Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland in Niebüll hat seit 1996 eine Partnerschule in Laval in der Pays de la Loire (Partnerregion von Schleswig-Holstein in Frankreich). Mit der CFA 3 villes in Laval verbindet auch das Zimmererhandwerk eine engere Partnerschaft, die zu vielen neuen Erkenntnissen im täglichen Arbeiten dieses Handwerks auf beiden Seiten führt. Zu Betrieben im Bereich Ingenieurholzbau und Restaurierung besteht ein enger Kontakt.

Unterricht

Der Unterricht besteht aus für die Vorbereitung auf den Abschluss wichtigen Fächern wie Wirtschaft/Politik, Kommunikation und anderen Fächern. Im berufsbezogenen Bereich wird nach Lernfeldern unterrichtet, die handlungsorientiert Lernsituationen des jeweiligen Ausbildungsjahres berücksichtigen und vom ersten Tag der Beschulung an für den Abschluss inhaltlich und von der Bewertung her zählen.

Anforderungen an die Auszubildende / den Auszubildenden des Zimmererhandwerks

Wer sich für diesen Beruf entscheidet, sollte handwerklich geschickt sein. Erwartet wird räumliche Vorstellungskraft, die Fähigkeit mit Worten Dinge zu beschreiben und das Rechnen zu beherrschen. Unter der Berücksichtigung der Statik und der Energieeinsparverordnung sind alle Arbeiten gewissenhaft und technisch einwandfrei auszuführen. Die Anforderungen sind besonders in diesem Bereich enorm gestiegen und verlangen auch einen sorgfältigen Umgang mit modernen Werkstoffen und Materialien.

Chancen der beruflichen Weiterentwicklung

Gesellinnen und Gesellen in diesem Handwerk haben in der Region Nordfriesland-Nord zurzeit sehr gute Beschäftigungschancen in interessanten Aufträgen der einzelnen Betriebe. Selbstständiges Arbeiten führt zu der Möglichkeit, den Meisterbrief oder den Techniker zu machen. Eine gute solide handwerkliche Ausbildung ist ein herausragender Aspekt für die Aufnahme eines Studiums.